CSU für Konkordatslehrstühle

na gut, das ist keine sonderlich überraschende Headline; das ist nichts sonderlich Überraschendes. Aber ich habe das gefunden beim “Merkur”… kennt Ihr diese im wahrsten Sinne des Wortes tiefschwarze Seite… Wie unsagbar gruselig:

Im Hochschulausschuss beantragten die Grünen die Abschaffung des Mitwirkungsrechts der katholischen Kirche bei der Besetzung der sogenannten Konkordatslehrstühle. “Wir lehnen das ab, denn die Konkordatslehrstühle sind Bestandteil grundlegender Vereinbarungen mit dem Heiligen Stuhl, welche die jahrhundertelange christliche Tradition Bayerns widerspiegeln”, betonte Sibler.
“Die Grünen treibt mehrheitlich eine tief sitzende Abneigung gegen die christlichen Kirchen”, kommentierte Karl Freller, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, den erneuten Vorstoß der bayerischen Grünen gegen die katholische Kirche.

Üblicherweise sind die Grünen ja nicht unbedingt sehr unreligiös – wenn man davon ausgeht, dass dieser ganze Eso-Quatsch eine Ersatzreligion ist. Aber in Bayern ticken die Uhren halt anders…

Der ehemalige Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel bekräftigte das ausdrückliche Bekenntnis der Christlich-Sozialen Union zur Trennung von Kirche und Staat, “sie ist sich dabei aber stets der überragenden Bedeutung der Kirchen bewusst, soweit es um die von ihnen vertretenen Werte, ein von ethischen Maßstäben geprägtes Zusammenleben in diesem Land geht”, so Goppel.

und selbst die Argumente sind irgendwie… äh… sehr ungewöhnlich.

9 Gedanken zu “CSU für Konkordatslehrstühle

  1. der Rheinische Merkur ist quasi ein Verlautbarungsorgan der deutschen Bischöfe, die den Verlag besitzen und das Blatt jährlich mit etwa 7 Mio subventionieren sollen. Damit sollen zitierfähige “Informationen” an gesellschaftliche “Multiplikatoren” weitergegeben werden – das lässt man sich schon mal etwas kosten!

    Als ich beim Bund war (1987-89), hatte die Militärseelsorge außerdem 12.000 Exemplare abonniert, ähnlich soll das bei der Gefängnisseelsorge sein. Auch eine versteckte Subvention, dafür interessierten sich Soldaten kaum, deshalb wurden der RM und sein damaliges ev. Schwesterblatt, das Deutsche Sonntagsblatt, auch als “Containerblätter” bezeichnet – weil die abonnierten Exemplare mangels Interesse bei den Soldaten oft gleich in den Müllcontainer wanderten statt auf das Zeitungsbrett.

    Bischofsblatt-Blog: „Der Mut der Bischöfe wächst“

  2. Danke. Das war zu erwarten. es ist einfach nur gruselig, dass dafür Papier und Druckerschwärze benutzt werden.

    “Containerblätter”… das merk ich mir :-)

  3. Dank NADA (dank an Renate, wie RÖKAKI) und Spardebatte werden Carstens Kirchensubvenionsfakten endlich aus dem Tabubereich gezerrt. Die Stellungnahme der Kirchenoberen hierzu ist auch Missbrauchsvertuschung. Rüchsichtnahme auf religiöse, wirtschafliche und politische Gefühle? Ethik statt gottgewollte Doppelmoral S/W.

    Zwei Kernaussagen aus der leztzen NADA-Sendung haben sich mir eingeprägt. Erich Fromm “eine gesunde Wirtschaft braucht kranke Menschen” und “Warum jetzt schon aufhängen, wenn es nächstes Jahr bessere Gründe gibt?”. Und aus gbs Forum “Als Scharlatan wird eine Person bezeichnet, die fälschlicherweise vorgibt, ein bestimmtes Wissen oder bestimmte Fähigkeiten zu besitzen.”

    • wer oder was ist NADA? Was RÖKAKI? Ich glaube, ich steh auf’m Schlauch ;-)

      Aber zum Thema: Habt Ihr Carstens Artikel gestern beim hpd gelesen? http://hpd.de/node/9681 Wenn nicht: UNBEDINGT nachholen.

      Im Moment bin ich ja nebenan vor allem mit dem Thema Iran beschäftigt, aber das habe ich dennoch untergebracht: http://bit.ly/aDiQJF – darauf (u.a.) bezieht sich ja Carstens Artikel.

  4. Stephen zuliebe die Abkürzungen als Meme, die sich selbst erklären und datenminimiert im Gegensatz zu hochgeistigen Geschwurbel auf Verbreitung warten:
    NADA=Neues aus der Anstalt (ZDF)
    RÖKAKI=Römisch Katholische Kirche

    Carstens Artikel und Iran. Ich habe die gemeinsame, devolutionäre und fundamentale Scharlatanerie verinnerlicht.

  5. Entschuldigung, nicht Stephen Hawkins, sondern Steffen Rehm war gemeint und hochgeistigem Geschwurbel.

  6. Pingback: Der Merkur über Dresdner Kirchenkritik | Nics Bloghaus II

  7. Pingback: Richtigstellung « Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V.

  8. Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Bloggerinnen und Blogger,

    vielen Dank für die Richtigstellung! Es gibt viele Merkure, aber nur einen MERKUR – ohne regionale Zusatzbezeichnung.

    Zwar basiert auch der Name meines Unternehmens auf der griechischen Mythologie (Wann wird eine Religion eigentlich zur Mythologie?!), aber unsere Philosophie unterscheidet sich doch erheblich von der anderer, sagen wir, Presseteilnehmer.

    Wir veröffentlichen prinzipiell alle Nachrichten ohne eine Wertung, eigene Kommentare, “Auslassungen” und immer einen Tag schneller als die Zeitungen.

    Beste Grüße aus Dresden!

    Michael Brade
    Gründer und Inhaber
    Der Merkur – Nachrichten direkt. Online.
    http://www.dermerkur.de

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