“Christen treffen sich oft und gern zu sogenannten “Kirchentagen” schreibt der Blog sapere aude, “Wie wäre es, wenn wir deutschen Atheisten auch so einen Ökumene-Tag veranstalten?”
Ich bin ganz sicher nicht immer mit allem einverstanden, was unser Freund aus Jena so schreibt… aber die Idee eines solchen Events ist allemal begrüßenswert. Und wenn ich sehe, wer dort in den Kommentaren seine Unterstützung anbietet… dann meine ich, dass auch wir Berliner unsere anbieten sollten.
Was meint Ihr? Ich jedenfalls finde die Idee richtig gut. – Was für Tagesordnung der nächsten Vereinsversammlung…
meint
Nic
Wär super, wenn wir uns in Jena sehen könnten! Und dann streiten wir uns live
Das hoff ich auch!
Ich spreche das im Verein mal an… vielleicht komme ich nicht allein.
Ein Atheistentag in Analogie zu den Kirchentagen wäre sehr zu begrüßen. Es wird höchste Zeit, dass Konfessionslose, Humanisten, Atheisten, Ex-Muslime und alle kirchenkritisch eingestellten Bürger der Öffentlichkeit kund tun, dass sie 1. existieren und 2. auch eine “Botschaft” haben. Es wird höchste Zeit, sich öffentlichkeitswirksam als jenes Drittel erkennen zu geben, dass nicht zur sog. christlichen “Werte”gemeinschaft gezählt werden möchte. Es wird höchste Zeit, selbstbewusst und von der Richtigkeit der eigenen Botschaft überzeugt mit einer Weltanschauung aufzutreten, die sich als Kontrastprogramm zu einer Lehre versteht, die man sich vor zwei- und dreitausend Jahren ausgedacht hat. Das Problem wird sein, dass wir nicht über jenen staatsfinanzierten Apparat verfügen, der solche medienwirksamen “Events” organisiert und durchführt.
Och, wen genügend Leut zusammenkommen und es Spaß macht, können wir das auch Jahr für Jahr größer werden lassen. Bis wir an den staatlichen Stellen sitzen, die für die Finanzierung zutändig sind
Ich schlage vor, dass Du entweder eine Mailingliste – besser noch: ein Forum o.ä. einrichtest, wo nur über dieses Thema gesprochen wird. Ich halte die Idee für so gut und wichtig, dass ich die Werbetrommel rühren werde wo immer möglich. Dazu muss es aber einen Ansprechpartner geben. Bist Du das? Denn Veranstaltungen müssen angemeldet werden; Zeugens muss bezahlt und organisiert werden etc etc.
Ich meine, dass die Idee an sich Zustimmung findet; wenn Du/Ihr ein Organisationsteam hinbekommt, dann könnte z.B. der EHBB und vielleicht sogar auch die GBS gewonnen werden, zu unterstützen. Aber den Chefhut müsst Ihr aufhaben.
LG und Toi toi toi
Hallo Uwe, wenn du die Idee unterstützt MUSS sie gut sein. Ich meine, dass der EHBB darüber reden sollte. Und die Freunde in Thüringen informieren. Ich werd wohl noch die eine oder andere Mail schreiben…
Super Sache! Sollten wir unbedingt als TOP für unsere nächste EHBB-Zusammenkunft aufnehmen. Erkläre hiermit schon mal meine Bereitschaft, organisatorisch und kommunikativ an der Vorbereitung mitzuwirken.
Hallo Nic und sapere aude!
Das ist eine sehr gute Idee. Ich werde das heute Abend bei der gbs regiogruppe Schweiz (i. G.) ansprechen.
Super Idee – und ich wäre sofort dabei! Ich störe mich allerdings etwas an dem Begriff “Atheistentag” – es gibt doch auch keine “nicht-Briefmarkensammler-Treffen”… Ich gebe aber zu, dass mir auch nur so etwas wie “Freigeistertag” einfällt und das ist auch nicht gerade der Brüller.
Mmm.. “Atheistentag” – und da feiert man dann Atheos, betet das atheistische Unglaubensbekenntnis?
Scheint mir keine gute Idee wegen des A- (wie Oliver-Martin schreibt), das sollte man positiv formulieren … pathetisch als “Welterkenntnistag” vielleicht oder flapsig als “Weltunsinnstag” (was ja doch auch viel Tiefsinn hat).
Ja, wenn ich mich zu etwas bekenne, dann dazu, dass es keinen tieferen Sinn gibt.
Just my 2 cents – Patrik (der versucht, mit Andreas Leber GBS CH anzureissen und sich ewig am A- stört)
Ich war schon langen nicht mehr in Jena. Als ich Ende der 70ger öfter dort war, hatte das mit der JG Mitte un der fantastischen Oppositionsarbeit dort zu tun.
Wäre ne prima Gelegenheit, nun auch mal das “andere” Jena kennen zu lernen.
Klar, Atheismus sagt zu wenig über Inhalte aus. Dafür schließt ein Atheistentag ziemlich viele Leute ein. Freidenker hat noch immer so ein bisschen eine sektiererischen Beigeschmack bei vielen.
Jetzt fällt mir gerade eins auf. Werden tiefgläubige Pastafari da überhaupt zugelassen?
Drückst du mal ein Auge zu, sapre aude?
Hmmm, wenn Pastafari auch teilnehmen, habe ich einen Namensvorschlag:
“Jugendliche Erfahren Säkulares Und Spaghetti-monströses” (ich überlasse es Euch, dafür ein passendes Kürzel zu finden [und jetzt fehlt mir der grüne ":evil: - smilie]…).
Ok, aber jetzt im Ernst: Ich finde das Wort “Säkulär” eigentlich sogar ganz gut in diesem Zusammenhang. Säkularismus ist doch eigentlich das Thema, das uns alle verbindet?
Wie wärs mit:
Jahrestreffen “säkularar Humanisten”
oder “konfessionsloser Humanisten”
abgrenzend genug und hinreichend “positiv”
“Ökumene” witzig, aber auch “geklaut”, vielleicht nicht gerade souverän
Renate
Säkular passt.
Wobei ich schon wieder, auf Grund der derzeitigen Diskussionen, dass D zwar säkular aber nicht laizistisch ist, schon wieder zu letzterem neigen würde.
Aber säkular hat klar den höheren Bekanntheitsgrad und dürfte so für die Masse einfach aussagekräftiger sein.
Laizistisch ist sicher politisches Ziel,
Man kann einen Staat so nennen, aber die bunte Truppe, um deren Treffen es hier geht, wohl nicht, oder?
Im Übrigen, wer kennt den Begriff überhaupt?
Achtung jetzt Ironie: “säkular” (im Sinne von “weltlich”) eigentlich auch als spezifizierende Vokabel Quatsch, (müssen wir ja nicht weitersagen, grins), denn “”weltlich” sind wir alle (auch die Christen). Was denn sonst?
Nur, wir machen uns nix draus!
Renate
Ich habe gerade mit dem Betreiber des Blogs gemailt. Die sind noch in der Diskussionsphase; ich habe aber unser Interesse an Mitarbeit angekündigt
Bin echt gespannt, wie und ob sich das entwickelt.
Ich bins nochmal
Zunächst erstmal find ich’s super, dass hier so eine große Resonanz auf meine recht spontane Idee aufgekommen ist.
Das heißt offenbar, es gibt Bedarf an derlei Veranstaltungen.
Ich will auch nochmal kurz erklären, warum das ganze “Atheistentag” heißen soll (und nicht Laizisten-, Säkularisten-, Humanisten-, Freigeistertag oder sonstwie “positiv”):
Der “Atheistentag” in Jena soll ein Festival werden, zu dem sich ALLE Menschen treffen, die zwar in verschiedenen Formen der Überzeugung, dass in dieser Welt alles mit rechten Dingen zugeht aktiv sind aber vor allem eins gemeinsam haben: Sie sind Atheisten.
Atheisten haben nun aber leider einen Ruf, der vor allem für “Spielverderber” steht.
Denn wir müssen immer alles kritisieren. Die Religionen, die Kirchen, die Muslime und vor allem uns gegenseitig und uns selbst.
Außerdem wird in der jorunalistischen Öffentlichkeit ein Bild geschaffen, in dem sinistre graue Herren mit viel Geld im Hintergrund unsere Aktivitäten steuern.
Und nicht zuletzt wird gern der Eindruck erweckt, Atheisten seien wenigstens politische Extremisten von Rechts oder von Links.
Das sind die Vorurteile, die wir im Vorfeld unseres Festivals mit aller Gewalt zu spüren bekommen werden.
Egal wir “positiv” wir die Veranstaltung bezeichhen.
Deshalb ist es sinnvoll, von vornherein in die Offensive zu gehen.
1. Wir sind Atheisten und stehen dazu
2. Wir wollen NIEMANDEN zum Atheismus missionieren, da Atheismus im Grunde selbst nichts ist, sondern lediglich die naturgegebene Freiheit von etwas.
3. Wir kritisieren NIEMNANDEN für seine Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Weltanschauung. Religiöse Menschen sind herzlich eingeladen, mit uns zusammen zu feiern!
Der Atheistentag soll ein Fest des Friedens, der Freude, der Freheit und der Verständigung zwischen ALLEN Menschen, egal welcher weltanschaulichen Couleur sein.
Dieser 3. Punkt wird wahrscheinlich der schwerste.
Ist aber gleichzeitig der wichtigste. Wenn wir das nicht schaffen, hat das alles keinen Sinn.
Klar werden muss:
1. Atheisten sind nicht die besseren Menschen – aber auch keine schlechteren.
2. Atheismus ist eine Eigenschaft, die Menschen von Natur aus haben und wobei sie sich dessen i.a.R. nicht bewußt sind.
Wenn es uns jedoch bewußt gemacht wird, sind wir in der Lage, uns ruhig anzuhören, was der andere zu sagen hat.
Als Atheisten ziehen wir immer die Möglichkeit in Betracht, dass wir uns irren. Absolute Wahrheiten gibt es für uns nicht. Wir freuen uns deshalb auf alle guten Argumente.
Hass, Gewalt und Niedertracht lehnen wir ab.
Wir wollen ein gutes und reiches Leben führen, feiern, lachen, singen. Unterschiedliche Menschen unterschiedlicher Kulturen und unterschiedlicher Ansichten kennenlernen. Auch mal heftig diskutieren. Wir wollen wachsen und reifen. Und lebenssatt sterben. Denn wir haben nur dieses eine Leben. Und das soll vor allem voll Freude sein.
Ein Leben als Atheisten eben, denn wir sind so frei.
OK, Deine Argumentation hat mich voll überzeugt – und ich stehe jetzt voll dahinter: Wenn wir es schaffen, Deine hervorragend formulierte Position in Jena so herüberzubringen, sind wir meiner Ansicht nach einen großen Schritt weitergekommen.
Bravo. Wir sollten’s uns auch nicht zu schwer machen:
Offen für Vielfalt nach dem Motto “Gottlos glücklich”.
Ich meine, das könnte doch der gemeinsame Nenner sein.
Ich hab nur meine Zweifel, ob das zeitlich machbar ist: Einen solchen Event stemmen bis mitte August?
Na das nenn ich mal eine Stellungnahme
Ich werde deinen Kommentar als Artikel einstellen.
Pingback: Atheistentag, programmatisch « Evolutionäre Humanisten Berlin-Brandenburg e.V.
Dankeschöööön, für die viele Zustimmung
Cylixe, vielen, vielen Dank für das Angebot!!!!
Wir werden hoffentlich in Kürze darauf zurückkommen.
Um zu sehen, ob sich die ganze Orgarbeit mit Forum und Bühne und Bands und alles überhaupt lohnt, haben wir eine kleine Doodle-Umfrage erstellt:
http://www.doodle.com/t6ez7du92ys97zhb
Hierzu noch einmal die Bitte, schreibt einfach kurz, ob ihr teilnehmen könnt und wollt und leitet diesen Link möglichst weiter!
Sobald sich mehr als hundert Leute dort eingetragen haben, legen wir los, ok?