Die Titanic an die Fans von B16
das “ultimative Satiremagazin” Titanic schreibt in jedem Heft auch Briefe an ihre Leser die sich oft durch Boshaftigkeit auszeichnen. Aktuell gibt es einen an die Pabst-Fans:
(Quelle)
Gedenken an Hatun Sürücü

Foto: dpa
Ich vermute, dass kaum einer der Leser des Blogs auf Anhieb weiss, wer Hatun Sürücü war. Doch wenn ich das Wort “Ehrenmord” hinzu füge, könnte es sein, dass sich der Eine oder Andere erinnert:
Gestern vor fünf Jahren wurde Hatun Sürücü von ihrem Bruder ermordet, weil diesem ihr “westlicher Lebensstil” nicht gefiel. Gestern vor fünf Jahren meinte die Famile der Ermordeten, ihre Ehre wiederherstellen zu müssen, indem sie die Tochter zum Tode verurteilten und dies auch vollzogen. Das Schicksal Hatun Sürücü war unter anderem auch einer der Auslöser gewesen, Seyran Ates das Buch “Der Multikulti-Irrtum” schreiben zu lassen.
Der Tagesspiegel berichtet heute:
Im Gedenken an die junge Frau, Mutter von Can, dem Sohn, der in einer Pflegefamilie lebt, versammelten sich gestern in der Oberlandstraße am fünften Jahrestag des Verbrechens Politiker, Freunde, Vertreter des Türkischen Bundes und von Terre des Femmes.
Wichtiger, als – wie im Artikel beschrieben – die Umbenennung einer Straße erscheint mir, die Ursachen von Ehrenmorden, von der Ungleichbehandlung der Geschlechter zu bekämpfen (und zu benennen). Es braucht Aufklärung, um für die Zukunft weitere Morde zu verhindern.
Ich mache mir keine Illusionen, dass sich über Jahrhunderte gewachsene und geprägte traditionelle Vorstellungen in kurzer Zeit verändern lassen. [Es geht um die Tradition der Ehrenmorde] Ich bin aber der Überzeugung, dass wir überhaupt nur dann etwas ändern können, wenn wir sofort damit beginnen, klarzustellen, dass keine Religion oder Tradition Verbrechen im Namen der Ehre rechtfertigen kann. (Seyran Ates in “Der Multikulti-Irrtum” – Seite 69)
Der Verein ist gemeinnützig
Es ist geschafft und nun amtlich:
„Die Körperschaft fördert … die Förderung der Bildung und des demokratischen Staatswesens.“
Mit diesem Satz hat das Finanzamt mitgeteilt, dass wir als gemeinnützig anerkannt wurden!
Rezension: Schmidt-Salomon “Jenseits von Gut und Böse”
Um eine Metapher aus dem Buch aufzugreifen, hat die Evolution Michael Schmidt-Salomon in die Kellerbar der Giordano-Bruno-Stiftung gespült, wo er das Glück hatte mit Wissenschaftlern wie dem Evolutionsbiologen und Wissenschaftstheoretiker Franz M. Wuketits und anderen seine Theorien zu diskutieren. Herausgekommen ist ein kluges Buch, welches dem Leser (z. B. mir) hilft, seinen Horizont in vielfältiger Weise zu erweitern.
Michael Schmidt-Salomon macht hier den Versuch eine menschenfreundliche Philosophie jenseits von Gut und Böse zu skizzieren, denn unsere “altbackenen Moralvorstellungen … haben uns”, wie er schreibt, “summa summarum krank, kritikunfähig, selbstsüchtig und dumm gemacht.” Darum bietet er uns nichts weniger an, als das, worum Christen seit Jahrhunderten beten: Die Erlösung von dem Bösen! Er lädt zu einem Perspektivwechsel ein, der zu einer entspannten Weltsicht verhelfen soll, dem jedoch eine kritischen Überprüfung unserer Annahmen über die Welt vorausgehen muss. Als Konsequenz soll sich eine alternative, heiter-gelassenen Lebenseinstellung, eine “neue Leichtigkeit des Seins” einstellen können, die bereits von Albert Einstein ähnlich begründet wurde. Dass heißt allerdings keine Erlösung von allen Übeln, dafür aber eine wahrlich erleuchtete Lebenshaltung, die es uns erlaubt mit den “Widrigkeiten des Lebens etwas vernünftiger, etwas gelassener, etwas humorvoller umzugehen.” Das Buch soll einen winzigen Beitrag zur Entwicklung einer solchen alternativen, lebensbejahenden Bewusstseinskultur leisten”. Mit seinen Ausführungen knüpft Schmidt-Salomon bewusst an Friedrich Nietzsche an (dessen Erinnerung das Buch auch gewidmet ist), der im Abschied vom moralischen Dreigestirn “Schuld – Sühne – Strafe” den Fortschritt aller Fortschritte erblickte. In einer Anmerkung heißt es, dass man vieles, was er hier schreibe, unter dem Stichwort “Nietzsche Reloaded” durchgehen lassen könnte.
Dem Buch vorangestellt ist ein Zitat aus Kleists Marionettentheater, in dem es heißt, wenn wir wieder vom Baum der Erkenntnis essen würden, wäre das das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt. Das die Abkehr vom Paradigma von Gut und Böse ein neues Kapitel der Geschichte einläuten würde, dürfte einsichtig sein. Um dahin zu führen wird in der Einleitung gezeigt, dass der Apfel im Mythos vom Sündenfall auf einem Übersetzungsfehler beruht (das lateinische Wort malum kann sowohl als »Apfel«, als auch als »böse« übersetzt werden). Schmidt-Salomon interpretiert den Sündenfall aus psychologischer Sicht, und stellt die Grundaxiome Willensfreiheit und den Gut/Böse-Dualismus in Frage. Dem Beleg dafür und dem Aufzeigen der positiven Konsequenzen ist der erste von zwei Teilen des Buches gewidmet, den er mit “Die neuen Früchte der Erkenntnis” überschreibt.
Islamophobie und sekundärer Antisemitismus
Der uns bekannte Religionskritiker Alan Posener schreibt auch in einem auf den ersten Blick interessanten Blog mit: starke-meinungen.de. Dort fand ich heute einen Artikel, der sich mit den seltsamen Kombinationen diverser Schreiber befasst, die die Meinung vertreten, dass man den Islam verdammen muss, weil man sonst antisemitisch wäre (oder war es anders herum? krude genug ist diese Denkhaltung ja…) Posener, der sich nicht auf dieses Schlachtfend begibt sondern von Außen, quasi von der Metaebene her, diskutiert, schreibt in dem Artikel:
Aus jeder Religion kann man so ziemlich alles herauslesen; auch deshalb ist die Religionskritik so bitter nötig, und nirgendwo nötiger als im Islam. Aber es besteht ein Unterschied zwischen der Religionskritik und der Diffamierung aller Angehörigen einer Religion als Anhänger einer „Ideologie der Unterwerfung“. Im Zusammenhang einer solchen Diffamierung laufen die Positionen Broders und Weinthals auf Folgendes hinaus: Deutschland erwache, hör auf damit, dich wegen deiner Vergangenheit zu geißeln, hör auf, den “Jammerjuden” zuzuhören und schließe dich dem Kreuzzug gegen jene Millionen Muslime an, die „Unterwerfung“ fordern. (Quelle – Hervorhebung von mir)
Endlich einmal ein deutliches Wort! Denn auch ich mag Broder vor allem deshalb nicht, weil ihm die Gabe der Differenzierung nicht gegeben zu sein scheint. Das ist Schade, ist er doch ein hervorragender Journalist…
Neues Vereinslogo
Ich freue mich, heute das neue – bei der Mitgliederversammlung einstimmig für gut befundene und erwählte, nun offizielle Logo des Vereines bekanntgeben zu können:
Mit diesem Logo, das sich eng an das der Giordano Bruno Stiftung anlehnt, werden zukünftig alle Veröffentlichungen gekennzeichnet werden, die mit dem Verein zu tun haben. Das betrifft sowohl Blogartikel als auch papierne Schreiben des Vereines.
Mit Dank an den Logo-Ersteller Frank…
Mina Ahadi am 25. Februar 2010

Mina Ahadi
Am 25. Februar wird Mina Ahadi im Rahmen der Vortragsreihe der EHBB in Berlin sprechen. Themen werden der “Verein der Ex-Muslime” sein sowie die aktuelle Situation in Iran.
Veranstalter sind die Evolutionären Humanisten Berlin-Brandenburg e.V. und die atheistische Hochschulgruppe der TU Berlin.
Die Veranstaltung findet am 25. Februar 2010 im Hörsaal Ma043 der TU Berlin, Strasse des 17. Juni 136, 10623 Berlin statt.
Beginn: 18:00 Uhr
Der Eintritt beträgt 3,00 Euro. (Der Eintritt dient der Deckung der Fahrtkosten für Mina Ahadi. Ein eventueller Überschuss geht zu gleichen Teilen an den Zentralrat der Ex-Muslime und den EHBB e. V.)
Wer sich über Mina Ahadi informieren möchte:
Michael Schmidt-Salomon am 07.11.2009
Erfreulich: ich habe endlich alle sechs Videos der Lesung von Michael Schmidt-Salomon am 7. November in Berlin gefunden – nein, einen Hinweis bekommen, wo im Netz sie verfügbar sind. Hier ist sie also: die Lesung:

“VON STAAT UND KIRCHEN VERSCHAUKELT”: GBS UNTERSTÜTZT DEN PROTEST EHEMALIGER HEIMKINDER


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